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P(Y)-Code und Anti-Spoofing
Autor: Christian Steffens (2005-08-14 13:22:17)
Hallo,
ich weiß gar nicht ob ich hier die richtige Newsgroup gewählt habe,
meine Frage ist eher theoretischer Natur:
So wie ich das verstanden haben senden GPS-Satelliten ja zwei Signale
aus. Den C/A-Code für die zivile Nutzung und die P-Code nur für das
Militär.
Weiter habe ich mitbekommen, dass ab 1992 (oder 1995?) alle
GPS-Satelliten eine Anti-Spoofing Option eingeschaltet haben,
damit wird der P-Code verschlüsselt und ist nur noch authorisierten
Nutzern vorbehalten. Der Code nennt sich dann P(Y)-Code oder?
Meine Frage: wenn der P-Code erst nach 1992 verschlüsselt wurde, war er
dann vorher frei empfangbar oder war er dort bereits verschlüsselt und
wurde jetzt ein zweites mal verschlüsselt? Aber wozu denn zweimal
verschlüsseln?
Habe mir auch schon entsprechende Literatur besorgt, aber irgendwie
schweigen sich die Bücher dazu aus. Wäre doch irgendwie witzlos wenn
der
P-Code solange unverschlüsselt übertragen worden ist, und erst
später
entsprechend geschützt wurde.
Ich hoffe einer von euch kennt die Antwort.
Danke Christian
Autor: "Joachim Lack" (2005-08-14 20:11:20)
"Christian Steffens" schrieb im
Newsbeitrag
news:3m8nrbF15u0ddU1@news.dfncis.de...
>
> Meine Frage: wenn der P-Code erst nach 1992 verschlüsselt wurde, war
er
> dann vorher frei empfangbar oder war er dort bereits verschlüsselt
und
> wurde jetzt ein zweites mal verschlüsselt? Aber wozu denn zweimal
> verschlüsseln?
Ich würde einfach mal vermuten, das vor 1992 es noch keine zivile Nutzung
des GPS, und es keine frei zu erwerbenden GPS-Geräte gab. Erst mit der
Freigabe der zivilen Nutzung wurde die Verschlüsselung des
milirärischen
Signals notwendig. Könnte das die Erklärung sein?
mfg
Joachim Lack
Autor: "Joachim Lack" (2005-08-14 20:11:20)
Autor: "Joachim Lack" (2005-08-14 20:11:20)
"Christian Steffens" schrieb im
Newsbeitrag
news:3m8nrbF15u0ddU1@news.dfncis.de...
>
> Meine Frage: wenn der P-Code erst nach 1992 verschlüsselt wurde, war
er
> dann vorher frei empfangbar oder war er dort bereits verschlüsselt
und
> wurde jetzt ein zweites mal verschlüsselt? Aber wozu denn zweimal
> verschlüsseln?
Ich würde einfach mal vermuten, das vor 1992 es noch keine zivile Nutzung
des GPS, und es keine frei zu erwerbenden GPS-Geräte gab. Erst mit der
Freigabe der zivilen Nutzung wurde die Verschlüsselung des
milirärischen
Signals notwendig. Könnte das die Erklärung sein?
mfg
Joachim Lack
Autor: "Guido Baumann" (2005-08-14 23:09:37)
>> Meine Frage: wenn der P-Code erst nach 1992 verschlüsselt wurde,
war er
>> dann vorher frei empfangbar oder war er dort bereits
verschlüsselt und
>> wurde jetzt ein zweites mal verschlüsselt? Aber wozu denn zweimal
>> verschlüsseln?
>
> Ich würde einfach mal vermuten, das vor 1992 es noch keine zivile
Nutzung
> des GPS, und es keine frei zu erwerbenden GPS-Geräte gab. Erst mit
der
> Freigabe der zivilen Nutzung wurde die Verschlüsselung des
milirärischen
> Signals notwendig. Könnte das die Erklärung sein?
Ich habe gerade mal in der Fachliteratur von 1989 geblättert
"Vermessung und
Ortung mit Satelliten von Bauer"
Zu diesem Zeitpunkt war augenscheinlich der P-Code unverschlüsselt, es
hatten aber nur
wenige Firmen Zugriff. Freie Empfänger gab es schon damals, aber nur mit
hohem Kostenaufwand (6 Kanalempfänger, sequenziell) mit einem
Schmerzengeld
von 10000 -
30000 Dollar. Als geodätischen Empfänger gab es von Wild-Magnavox ein
Gerät,
das
den P-Code verwendet hat. Kosten lagen zw. 50000 - 150000 Dollar.
Interessant ist auch die Aussicht für die Zukunft auf preiswertere
Empfänger
für Navigationszwecke (ca. 1000 Dollar und weniger).
Gruß GUido
Autor: Christian Steffens (2005-08-15 12:43:47)
Guido Baumann schrieb:
>>>Meine Frage: wenn der P-Code erst nach 1992 verschlüsselt
wurde, war er
>>>dann vorher frei empfangbar oder war er dort bereits
verschlüsselt und
>>>wurde jetzt ein zweites mal verschlüsselt? Aber wozu denn
zweimal
>>>verschlüsseln?
>>
>>Ich würde einfach mal vermuten, das vor 1992 es noch keine zivile
Nutzung
>>des GPS, und es keine frei zu erwerbenden GPS-Geräte gab. Erst mit
der
>>Freigabe der zivilen Nutzung wurde die Verschlüsselung des
milirärischen
>>Signals notwendig. Könnte das die Erklärung sein?
>
Das würde Sinn machen, leider wurde das GPS-System aber nach meinen
Infos am 1983 für die zivile Nutzung freigegeben.
>
> Ich habe gerade mal in der Fachliteratur von 1989 geblättert
"Vermessung und
> Ortung mit Satelliten von Bauer"
> Zu diesem Zeitpunkt war augenscheinlich der P-Code unverschlüsselt,
es
> hatten aber nur
> wenige Firmen Zugriff.
D.h. der P-Code war unverschlüsselt, aber dennoch hatten nur wenige
Firmen Zugriff darauf? Bezieht sich das auf die Empfäner - oder auf die
offen Legen der Spezifikationen zum Bau eines P-Code Empfängers?
> Freie Empfänger gab es schon damals, aber nur mit
> hohem Kostenaufwand (6 Kanalempfänger, sequenziell) mit einem
Schmerzengeld
> von 10000 -
> 30000 Dollar. Als geodätischen Empfänger gab es von
Wild-Magnavox ein Gerät,
> das
> den P-Code verwendet hat. Kosten lagen zw. 50000 - 150000 Dollar.
> Interessant ist auch die Aussicht für die Zukunft auf preiswertere
Empfänger
> für Navigationszwecke (ca. 1000 Dollar und weniger).
>
> Gruß GUido
>
>
Also kann man soweit festhalten: der P-Code war unverschlüsselt und war
auch einem zivilen Gerät zugänglich? Nichts für ungut, aber das
kann
doch nicht sein. Ich meine warum dann überhaupt C/A und P-Code wenn doch
eh beides offen liegt. Dann hätten die damaligen zivilen Empfänger
doch
keine Notwendigkeit gehabt auf den viel genaueren P-Code zu verzichten.
Es freut mich auf jedenfall das zwei Leute mal in entsprechend
"aktueller" Literatur geschaut haben ;-) Aber irgendwie scheint das
doch
nicht wirklich die Erklärung zu sein - ich meine wenn sie es doch ist
umso besser, aber irgendwie passt das nicht zum U.S. Militär. Damals gab
es schließlich auch Feinde und Kriegsgegner und Geld für 150.000 $
GPS-Empfänger hätten die auch gehabt.
Danke
Christian
Autor: "Joachim Lack" (2005-08-15 13:45:38)
"Christian Steffens" schrieb im
Newsbeitrag
news:3mb9v5F15uqgsU1@news.dfncis.de...
>
> Das würde Sinn machen, leider wurde das GPS-System aber nach meinen
Infos
> am 1983 für die zivile Nutzung freigegeben.
>
Wenn ich mir die Historie hier http://www.kowoma.de/gps/Geschichte.htm
ansehe, dann war das 1983 nur eine allgemeine Willensbekundung GPS auch
für
die zivile Nutzung freizugeben. Daraus ergab sich zunächst mal keinerlei
praktischer Nutzen, weil es damals 1983 das heutige GPS-System mit den
Block-II-Staelliten noch garnicht gab.
Entgültig freigeben konnte man es erst frühesten 1993, da erst hier
die
Inbetriebnahme des heute bekannten GPS-Systems erfolgt.
Hier sollte man bei der P-Code Betrachtung evtl. unterscheiden zwischen den
alten Block-I Satelliten und den Block-II-Satelliten. Denn so wie ich das
sehe war alles vor 1993 mehr oder weniger die Erprobungsphase, bzw. war
alleine dem Militär vorbehalten.
Siehe hier: http://www.kowoma.de/gps/Satelliten.htm und hier
ftp://tycho.usno.navy.mil/pub/gps/gpsb1.txt
mfg
Joachim Lack